Ausgabe 3 / 2013 Inhalt bestellen ePaper Leseprobe: Das Afiara Quartet in Dänemark Afiara Quartet Von: Carsten Dürer Manches Mal kommen Dinge in der Musikwelt zusammen, die ein Außenstehender nicht vermuten würde. Das kanadische Afiara String Quartet war im Januar dieses Jahres auf Tour durch Dänemark, mit insgesamt 23 Konzerten innerhalb von knapp dreieinhalb Wochen. Zudem haben sie ehemalige Schüler der „Orkester Efterskolen“, einer Spezial-Musikschule für Kinder im Alter von 15 bis 16 Jahren, in Holstebro auf Jütland unterrichtet. Grund genug für uns, dieses Quartett ein paar Tage lang in einem verschneiten Dänemark zu begleiten und uns mit ihm über Erfahrungen und Eindrücke sowie seine Gesamtentwicklung zu unterhalten.
Wahrscheinlich erinnert sich das deutsche Publikum vor allem an das Afiara String Quartet aus dem ARD-Musikwettbewerb von 2008. Damals erspielte sich das Quartett den 2. Platz – den es auch im selben Jahr im kanadischen Banff-Wettbewerb erringen konnte. Nun also Dänemark, nachdem das Ensemble vor allem in den USA und in Kanada Auftritte absolvierte. Zustande kam diese intensive Tour durch Oliver Quast, den Leiter des dänischen Ensemble Midtvest mit Sitz im neben Holstebro gelegenen Hering. Der Deutsche hatte vor etlichen Jahren beim Schleswig-Holstein Musikfestival den Bratscher David Samuel und den Cellisten Adrian Fung innerhalb der Orchesterakademie kennengelernt und den Kontakt gehalten. Da die beiden mit Valerie Li (1. Violine) und Yuri Cho (2. Violine) als Afiara String Quartet mittlerweile ein recht erfolgreiches Streichquartett betrieben, beschloss er, die Gelegenheit wahrzunehmen und das Quartett zu einer von ihm organisierten Tour nach Dänemark einzuladen. Bereits 2011 war das Quartett für ein paar Konzerte in Dänemark und hatte einen bleibenden Eindruck bei den Veranstaltern hinterlassen. Und so lief Quast offene Türen ein und konnte durch die Unterstützung unterschiedlicher Stiftungen auch die Finanzierung gewähren. Daneben dachte er, dass es eine durchaus gute Gelegenheit sei, ehemalige Schüler der Orkester Efterskolen in Holstebro einzuladen, die mittlerweile an staatlichen Konservatorien Kammermusikensembles gegründet haben, um von den Kanadiern unterrichtet zu werden. Ein großes Programm erwartete also das Afiara String Quartet... |
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Ausgabe 2 / 2013
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Leseprobe:
Beständiger Entwicklungsprozess
Amaryllis Quartett
Von: Carsten Dürer
Gehört hatte ich das Amaryllis Quartett 2008 erstmals im ARD-Musikwettbewerb, als sie noch in der Semifinal-Runde ausschieden. Seither habe ich das Quartett vielfach – allerdings immer im Wettbewerbs-Rahmen gehört, da es an fast allen wichtigen Wettbewerben für Streichquartett teilgenommen hat. Seitdem sie 2011 Finalisten Im Premio Borciani in Reggio Emilia waren und kurz darauf den Streichquartett-Wettbewerb im australischen Melbourne gewannen, hat ein breiteres Publikum dieses Streichquartett wahrgenommen. Geholfen haben sicherlich auch die CD-Produktionen „White“ und die aktuelle „Red“, auf denen es jeweils ein Werk der Wiener Klassik mit einem der 2. Wiener Schule koppelt. Wir trafen Gustav Frielinghaus (1. Violine), Lena Wirth (2. Violine), Lena Eckels (Viola) und Yves Sandoz (Cello) bei einer Probesitzung in Köln.
In Köln-Ehrenfeld haben Lena Wirth und Yves Sandoz mittlerweile ihre Heimat gefunden, in einem Haus, das über ihrer Wohnung einen wunderschönen Proberaum bereithält. Deckenbalken und ein weiter Blick über die Dächer von Köln machen diesen Raum zu einem Kleinod für das Streichquartett, das hier ungestört proben kann, da unter diesem Raum zwei der Mitglieder des Quartetts selbst leben, sie also mit ihrem Spiel keinen anderen Mieter stören. Das war nicht immer so, erzählen sie, als ich eintreffe. Bis vor kurzem haben sie in einer Garage geprobt, einer ohne Fenster und ohne Heizung. „Es war immer sehr kalt“, sagt Lena Wirth und Lena Eckels erinnert sich, dass es immer eine Weile dauerte, bis man im Winter mit den transportablen Heizkörpern eine gewisse Wärme hinbekommen hat. Dennoch hat das Quartett dort fleißig geprobt. Es scheint insgesamt so, dass das Amaryllis Quartett durch einige Jahre wichtiger Erfahrungen gegangen ist, nicht nur beim Proben und Unterricht, sondern auch bei Wettbewerben. In einem der vielen schönen Cafés in diesem Stadtteil setzen wir uns zu einem Gespräch zusammen...
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Ausgabe 1 / 2013
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Leseprobe:
Bedingungslos emotional
Nightingale String Quartet
Von: Burkhard Schäfer
Das junge Nightingale String Quartet (Josefine Dalsgaard und Gunvor Sihm, Violine; Marie Louise Broholt Jensen, Viola; Louisa Schwab, Cello) sorgt mit seiner packenden, unmittelbar emotionalen Spielweise und seinem erfrischend unkonventionellen Auftreten nicht nur in seinem Heimatland Dänemark für Furore. Dabei sind die vier jungen Musikerinnen alles andere als „wild“ oder gar „rebellisch“. Nichts liegt den Damen ferner, als die Klassikszene „aufmischen“ zu wollen – trotzdem machen sie vieles anders als andere etablierte Ensembles, und das kommt offensichtlich sehr gut an – nicht nur beim Publikum, sondern auch bei Veranstaltern und Musikkritikern. Ihre kürzlich beim dänischen Label Dacapo-Records erschienene Debüt-CD haben sie ihrem Landsmann Rued Langgaard gewidmet, einem (faszinierenden!) Komponisten, der hierzulande noch kaum rezipiert wird. Auch sonst bekennt sich das Ensemble zu seiner Heimat, in der es sich „hörbar“ zuhause fühlt. Wir trafen das junge Nightingale String Quartet in Kopenhagen ...
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Ausgabe 6 / 2012
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Leseprobe:
Verschmelzung von Intuition und Reflexion
BENNEWITZ QUARTETT
Von: Robert Nemecek
Das 1998 gegründete Prager Bennewitz Quartett (Jirí Nemecek, 1. Violine, Stepán Jezek, 2. Violine, Jirí Pinkas, Viola, Stepán Dolezal, Cello) hat sich innerhalb weniger Jahre zu einer der gefragtesten jüngeren Streichquartettformationen der Gegenwart entwickelt. Erste Preise bei so bedeutenden Wettbewerben wie dem Internationalen Kammermusik-Wettbewerb in Osaka (2005) und dem im italienischen Reggio Emilia ansässigen Premio Borciani (2008) mögen zu diesem Erfolg ebenso beigetragen haben wie die Verbindung von Tugenden der tschechischen und deutschen Streichquartett-Tradition. In einem Gespräch vor ihrem Debüt in der Essener Philharmonie erfuhren wir von den sympathischen Musikern, wie man beides zusammenbringt.
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