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Hagen Quartett live
Betreff: Hagen Quartett live
Sendungsdatum: 2012-05-06 07:57:54
Ausgabe #: 10
Inhalt:

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Liebe Kammermusikfreunde,

das Hagen Quartett, das seit über 30 Jahren besteht, ist sicherlich vielen der Streichquartett-Liebhaber unter Ihnen wenigstens von den zahlreichen CDs, die dieses Ensemble eingespielt hat, ein Begriff. Momentan ist das Quartett mit viel Beethoven unterwegs, da es alle Beethoven-Quartette an unterschiedlichen Orten aufführt. In der vergangenen Woche hatte ich das Glück das Hagen Quartett in Düsseldorf mit den beiden späten Quartetten Op. 127 und Op. 132 zu erleben. Und selbst wenn ich die CD-Einspielungen für grandios halte, muss man dieses Quartett live gehört haben. Ja, es ist ein Erlebnis der besonderen Art. Denn die Spielweise, die das Hagen Quartett pflegt, ist eine fast schon althergebrachte. Natürlich spielen auch Lukas, Veronika, Clemens Hagen und Rainer Schmidt mit Vehemenz und auf eine immense Dramatik abzielend. Aber sie tun dies nicht vordergründig wie viele der jüngeren oder mittelalten Streichquartette. Ohne diese „modernere“ Spielweise zu verurteilen, denn auch diese hat viele Facetten und ist durchaus lobens- und hörenswert, ist es ein Spiel des Feinsinns, der sensiblen Ausdeutung der Kleinigkeiten, die im Gesamtbild eine Intensität ergeben, die man nur selten hört. Und gerade in solch immerwährend modernen Werken wie diesen beiden späten Beethoven-Quartetten ist genau dies Spiel umso faszinierender: Man hört Feinheiten, die man nie hörte, man erhält eine Erkenntnis der Formanlage, die hier so aufgebrochen und stückhaft aufgelöst ist, die einem bei vielen anderen Aufführungen bis zu einem gewissen Grad verschlossen bleibt. Und dies alles spielt sich auch einen spieltechnisch immens hohen Standard ab. Und das nach über 30 Jahren (oder gerade deshalb?).

Dieses Konzert war für mich ein Erlebnis der besonderen Güte – gut auch, dass das Quartett sich dazu entschloss nach Beethovens Opus 127 trotz anhaltenden Applauses keine Zugabe zu spielen. Denn was soll man diesem Werk noch folgen lassen, wenn man nicht die „Große Fuge“ von Beethoven spielen will …

Also: Gehen Sie sich dieses Quartett anhören!

Daten Hagen Quartett unter

www.impresariat-simmenauer.de/.../HagenQuartett/schedule-de.html


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