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Neue Kammermusik auf den Bühnen?
Betreff: Neue Kammermusik auf den Bühnen?
Sendungsdatum: 2012-06-25 15:02:58
Ausgabe #: 11
Inhalt:
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Liebe Kammermusikfreundinnen und -freunde,

 

es hat sich ja schon viel getan im Bereich der Kammermusik in den vergangenen Jahrzehnten – Mehr Frei- und Offenheit im Zugang und in der Schreibweise für Neue Musik gibt es. Vorüber sind längst die Zeiten, in denen kleine Zirkel von Neutönern, unter dem Deckmantel, dass dies, was sie selbst verfassen, die einzig wahre Kunst der neuen Schreibweise von Musik sei, alles Nichtkonstruktivistische zu verurteilen und zu vereiteln wussten.

          

Heute wird komponiert wie man will – auch wenn es noch immer Auswüchse des Vergangenen gibt, s. h. Jünger der postseriellen Schreibweise. Und dennoch wird nur recht wenig moderne Kammermusik aufgeführt (wobei es in der Kammermusik durchaus besser ist als beispielsweise im Sinfonischen). Aber es gibt viele junge Ensemble, die es lieben moderne Werke als Standard im Repertoire zu führen. Warum also hört man diese Werke doch recht selten auf den Bühnen? Liegt es tatsächlich am Publikum wie immer wieder von Seiten der Veranstalter behauptet wird? Ich denke kaum, wenn man die Offenheit und die Reaktionen der Zuhörer erfährt, nachdem sie moderne Werke hören durften. Die Begeisterung ist ähnlich groß wie bei einer guten Haydn- oder Beethovenaufführung. Woran liegt es dann also?

Vielleicht liegt es ja am System, da zu viele an diesen Aufführungen verdienen wollen? Die Komponisten, die GEMA, die Verlage … Diese Kette der Wertschöpfer sollte überdacht werden, denn die Komponisten sollen selbstredend verdienen, ja, als die Schöpfer. Die Verlage auch, aber nur, wenn sie sich Mühe geben, wirklich gutes Material erarbeiten, und nicht etwa nur Leihmaterial oder die schlecht lesbaren Kopien der Originalhandschrift anbieten.

Und ob es nicht wert wäre über eine Pauschalvergütung nachzudenken für derartige Aufführungen, anstatt dass eine GEMA einen riesigen Verwaltungsapparat finanziert, um genaue Berechnungen anzustellen, der das ganze System noch verteuert …

Ich denke, dass darin einer der Hauptgründe liegt, die die Veranstalter von Aufführungen neuer Werke abhalten.

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