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Die kleinen Unterschiede
Betreff: Die kleinen Unterschiede
Sendungsdatum: 2012-11-20 00:16:42
Ausgabe #: 15
Inhalt:
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Liebe Kammermusikfreundinnen und -freunde,

 

 

wenn man auch wenig von den Noten weiß, einfach nur die großen Meisterwerke beispielsweise der Klassik oder Romantik im Kammermusikgenre live genießen will, woran kann man dann die Unterschiede der Interpretationen von Ensembles erkennen? Man hört es eben, würden die meisten sogleich ausrufen. Zwischen Interpretationen, wenn die Ensembles di gleichen Werke spielen und dieselben Noten, ohne jegliche Fehler? Es wird schwer, das darzustellen, was da anders ist. Nun, es ist der innere Anspruch und das jeweilige Verständnis für die Komponisten und die Werke. Hart Arbeit ist es allemal, da gerade für Streichquartette die Grundbedingungen des Zusammenspiels täglich erprobt und aufgefrischt werden müssen. Dann aber, nach der reinen guten technischen Grundvoraussetzung kommt es zu den Dingen, die man zusätzlich erarbeiten muss: Hintergrundwissen wie der Bogenstrich der Zeit, die Agogik der Periode sich anfühlen, sich anhören muss. Das Denken und die emotionalen Empfindungen beispielsweise eines Schumann oder Schubert, die Kenntnis der vielen anderen Werke des jeweiligen Komponisten, die man niemals losgelöst von der Kammermusik sehen kann. Und dann kommen noch die eigenen Emotionen hinzu. Und aus all diesen Facetten entstehen spannungsgeladene Interpretationen. Und der Witz ist, dass das Publikum, der Zuhörer, keineswegs all dieses Hintergrundwissen haben muss, um diese Unterscheide zu erkennen, zu hören. Vielmehr erkennen die Zuhörer die Güte des Spiels an dem emotionalen Zuspruch, den sie durch die Musik erfahren. Und plötzlich erkennen sie die Unterschiede von selbst. Und genau dann unterscheiden sie auch zwischen guten und weitaus besseren Künstlern.

 

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