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Festivalzeit ist Zeit für das Miteinander
Betreff: Festivalzeit ist Zeit für das Miteinander
Sendungsdatum: 2013-06-05 18:46:26
Ausgabe #: 20
Inhalt:
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Liebe Kammermusikfreunde,

die Sommerzeit ist auch in den Zeiten, wenn schlechteres Wetter sich ankündigt, eine Zeit für Festivals. Und vielleicht bietet gerade das nicht zu sonnige Wetter, das sich diesen Sommer abzuzeichnen scheint, die Gelegenheit einmal darüber nachzudenken, ob man nicht eines der zahllosen Festivals besucht, bei denen die Kammermusik im Vordergrund steht. Das hört sich ein wenig so an, wie „Eulen nach Athen tragen“. Aber ist es nicht so, dass wir immer wieder vergessen, dass viele der fast schon als traditionell geltenden Festivals eigentlich aus dem Wunsch heraus von Musiker gegründet wurden, Kammermusik zu spielen.
Man muss sich das Leben vieler Instrumentalisten einmal vorstellen und vor Augen halten: während der Saison sind sie beständig unterwegs, spielen vielfach solistisch, unterrichten mehr oder weniger begabte Studenten, sind mit tausenden von administrativen Dingen des täglichen Lebens beschäftigt. Und da kommt der Wunsch auf, sich mit der schönsten Sache der Welt, der Musik zu beschäftigen. Doch nicht etwas allein im stillen Kämmerlein, sich immer wieder allein vorzubereiten, um große solistische Auftritte zu absolvieren, um dann am Folgetag woandershin zu reisen. Und erst kürzlich haben mir Solisten erzählt, dass es immer wieder Veranstalter gibt, die einen nach dem Auftritt mit einem Orchester – denn das Solistenkonzert wird ja traditioneller Weise vor der Pause eines Konzerts gespielt und alle Musiker gehen ohne den Solisten wieder auf die Bühne – mit einem „Dankeschön“ verabschieden. Der Musiker wird allein gelassen, nach einem Auftritt der vom Interpreten alles abforderte und ihn einer Masse sein Innerstes zeigen ließ. Das erfordert viel Kraft. Nach einem Konzert benötigt ein Musiker in der Regel ein wenig Ablenkung, Ansprache – ein Bier in Gesellschaft oder ähnliches.
Genau dies passiert in der Kammermusik nicht! Musiker haben mehr Zeit mit den anderen Musikern zu proben, haben Spaß dabei. Denn als Spaß kann man die enge Zeitebene bei den Proben mit einem Orchester nicht bezeichnen. Meist sind es anderthalb proben für einen Solisten-Auftritt mit Orchester … Zudem ist man nach kammermusikalischen Auftritten niemals allein, denn man hat ja seine musikalischen Partner um sich. Zudem sind bei einem Festival die Verbindungen mit dem Publikum durchaus intensiver, da man in kleinen Sälen, vor einem kleineren Publikum auftritt. Und wenn das Festival gut und richtig organisiert ist, dann kann das Publikum die Musiker auch treffen. All das sollte man in der beginnenden Sommerzeit einmal vor Augen haben, und sich als Musikliebhaber dazu entschließen, die Kammermusikfestivals, die es über ganz Deutschland, in Österreich und auch in der Schweiz im Sommer – in den oftmals herrlichsten Gegenden – gibt, zu besuchen. Denn man unterstützt das Ursprüngliche der Musik und der Musiker damit.

Einen kammermusikalisch intensiven Sommer wünscht Ihnen Ihr

ENSEMBLE-Team

 

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