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Die „alten“ und die „jungen“ Quartette
Betreff: Die „alten“ und die „jungen“ Quartette
Sendungsdatum: 2011-02-25 10:35:49
Ausgabe #: 3
Inhalt:
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Liebe Kammermusikfreundinnen und -freunde,

Die späten 70er und 80er Jahre hatten anscheinend etwas Besonderes, und das nicht nur im nostalgischen Rückblick. Immerhin haben sich zu dieser Zeit an den Musikhochschulen immer wieder Streicher zu Quartetten zusammengeschlossen. Und etliche dieser Streichquartette existieren noch heute – einige sogar in unveränderter Besetzung. Beispiele? Das Auryn Quartett kann in diesem Jahr auf ein 30. Geburtstag blicken, ebenso wie das Hagen Quartett dasselbe Alter feiern kann. Andere sind noch älter, so beispielsweise das Emerson String Quartet. Warum das wichtig ist? Nun, es ist wichtig, da diese Quartette eine bestimmte Spielkultur erlernt haben und sie weitertragen. Die meisten sind zwar mit ihren Konzert durchaus gut beschäftigt, aber etliche unterrichten auch. Und das ist gut so, denn auf diese Weise wird eine Tradition weitergetragen, die wichtig in der Musik ist, die wichtig für die jungen Quartette ist, um sich selbst weiter zu entwickeln. Es geht nicht um das Festhalten an einer bestimmten Spielweise, sondern um das Weitertragen von unwiederbringlichen Erfahrungen, die diese Lehrer aus den Quartetten gemacht haben – und die sie selbst von weitaus anderen und älteren Lehrern wiederum weitergegeben bekommen haben.

Doch ist nicht allein das Alter der Quartettmitglieder verantwortlich für diese Erfahrungen. Das zeigt sich beim Vergleich von Quartetten, deren Mitglieder immer noch jung sind. Wenn man beispielsweise das Jerusalem String Quartet anschaut: Es besteht bereits seit 1993, so dass man durchaus sagen kann, dass diese 18 Jahre schon eine stattliche Erfahrung sind, mögen die Streicher auch noch jung sein. Zwar besteht da noch immer ein Unterschied, denn das Unterrichten und Forttragen von Wissen um die Musik unterliegt vollkommen eigenen Gesetzen, so dass nicht zwingend jeder mit viel Spielerfahrungen in der Lage ist, junge Streichquartette zu unterrichten.

Oftmals verlangen die Marktgegebenheiten heutzutage auch im Kammermusikgeschäft, dass man so lange wie möglich jung bleiben muss, zumindest als jung gelten sollte. Ist das sinnvoll vor dem Hintergrund, dass gerade die Erfahrungen heutzutage und in der Kammermusik umso mehr, wichtiger sind als die Jugend? Nein, es macht keinen Sinn – und man sollte dagegen angehen und sich dagegen wehren.

Achten Sie in diesem Sinne einfach mal bei aller Begeisterung auf das Alter des Quartetts nicht allein auf das Aussehen der Streicher selbst.

Ihre

Ensemble-Redaktion

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