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Die Ansichten der ECMTA
Betreff: Die Ansichten der ECMTA
Sendungsdatum: 2012-04-09 18:47:08
Ausgabe #: 8
Inhalt:
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1 Liebe Kammermusikfreundinnen und -freunde,

 

vielleicht kennen Sie die Rubrik der „European Chamber Music Teachers Association“ (ECMTA) in unserem Magazin. Diese europäische Vereinigung hat nun erstmals in einem öffentlichen Papier ihre Ziele zugrunde gelegt. Da wir vollauf hinter dieser Meinung und den Zielen stehen, wollen wir Ihnen diese hier näher bringen:

 

Für die Erziehung in der Kammermusik

Die European Chamber Music Teachers Association (ECMTA)

 

In Zeiten, in denen die politischen Systeme allerorts unter Druck geraten und sich die Menschen beginnen Fragen zu stellen, ob die Politiker immer noch wirklich ihre Ziele vertreten, scheint die Kammermusik einige neue Perspektiven in dieses Bild zu bringen. Lassen Sie uns einen näheren Blick wagen.

 

Ein näherer Blick zeigt, dass alle Menschen, die in dieser Art der Musikausübung involviert sind, ein tiefes Verständnis für ein soziales System haben. Warum? Da sie alle das gleiche Ziel verfolgen: Die Musik, die sie gemeinsam aufführen, zu einem höchsten Punkt an Qualität zu führen. Aber wie erreichen sie das? Es ist eine soziale Entwicklung, die sie durchschreiten müssen, um dieses Ziel zu erreichen, und es ist für jeden ein Lernprozess. Wer dieses System des sozialen Verständnisses versteht, wird erkennen, dass die Erziehung, die zu diesem Ziel führen kann, so früh wie möglich beginnen sollte. Was bedeutet dies für eine breite Akzeptanz der Kammermusik? Es bedeutet – um es vereinfacht auszudrücken –, dass Kammermusik, um diesen Punkt der hohen Bereich an Qualität zu erreichen, so früh wie möglich unterrichtet werden sollte. Kammermusik an sich funktioniert in vollkommen anderer Art und Weise wie die Ausbildung zu einem Solisten an einem Instrument. Die öffentliche Meinung über Musiker scheint so zu sein, dass diese Talent besitzen und sie auf diese Weise den Zuhörern aufgrund dieses Talents Freude bereiten können. Aber das ist nur ein Teil der richtigen Sichtweise. Sicher, ohne Talent wird für das Publikum die Freude nicht möglich sein. Aber jeder Instrumentalist muss lernen und üben. Aber solange dieses Üben allein und für sich selbst geschieht, erkennen sie nicht den sozialen Aspekt in der Musik, die nicht nur den Zuhörern Freude schenkt, sondern auch den Musikern selbst Freude bereitet – und dies letztendlich wieder einen Effekt auf die Freude der Zuhörer hat.

Wenn jeder lernen würde, die Meinung des anderen, mit dem er musiziert, zu respektieren, hätte dies auch einen Einfluss auf die allgemeine soziale Sichtweise jedes Spielers: sie werden den Meinungen innerhalb der Familie mit Respekt begegnen, denen in der Schule, auf der Straße – überall. Und auch wenn diese Meinungen anders sind als die eigene, werden sie der anderen Person mit Respekt begegnen und auf positive Art mit ihnen diskutieren, um zu einer Übereinstimmung zu gelangen. Wenn man die Diskussionen von Kammermusik-Ensembles beobachtet, erkennt man, dass sie einander respektieren müssen, auch wenn sie stundenlang diskutieren. Aber sie müssen versuchen, das Gegenüber zu verstehen, um das Ziel einer bestmöglichen Aufführung zu erreichen. Das soll im Ergebnis nun nicht bedeuten, dass wir eine Welt von Kammermusikern benötigen, die auf den Bühnen der Welt auftreten. Aber es würde helfen, wenn Kammermusik und das Denken dahinter als ein gewöhnlicher Teil des gemeinsamen Curriculums in jeder Schule auf der Welt wäre.

Es klingt bestechend einfach, aber durch die Phase des Lernprozesses zu gehen, gemeinsam mit anderen Menschen Instrumente zu spielen – gleichgültig auf welchem Niveau – könnte eine Grundlage für ein besseres Verständnis in der Welt sein und damit im Endeffekt auch zu einer besseren Welt führen. Aufgrund von fehlendem Respekt, von fehlender Ethik haben wir die sozial-politischen Probleme, die wir in diesen Tagen in aller Welt erleben. Menschen unterschiedlicher Meinungen kämpfen gegeneinander, ohne aufmerksam der anderen Seite zuzuhören.

Die ECMTA ist eine europäische Vereinigung, die dafür kämpft, Kammermusik-Ausbildung auf allen Ebenen innerhalb der Erziehung als eine normale und in breitem Maße anerkannte Möglichkeit für eine bessere Welt auszudehnen. Je eher wir erfolgreich diesen Weg verfolgen, umso mehr Möglichkeiten haben wir, die Probleme, die wir heutzutage haben, zu bekämpfen. Denn es hilft nicht den Kindern und Teenager zu sagen, wie sie sich verhalten, wie sie sich fühlen sollen, wie es ist, wenn man einander respektiert. Dass sie Hilfe benötigen, um diesen Weg des sozialen einander Verstehens durch Musik zu lernen, benötigt auch die richtige Lehrmethode. Das ist das Ziel der ECMTA.

Ihr ENSEMBLE-Team

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