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Jahrgang 2013
6 / 2013 PDF Drucken E-Mail

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Leseprobe:

Wechselhafte Überzeugungskraft

ARD-Musikwettbewerb 2O13 für Klaviertrios

Von: Carsten Dürer

Es war 2007, als das letzte Mal die Kategorie Klaviertrio im Internationalen Musikwettbewerb der ARD in München anstand. Das Tecchler Trio gewann diesen Wettbewerb und zeigte, dass es spannend sein kann, sich als junges Trio zusammenzuschließen und als feste Besetzung eine Musikerlaufbahn anzustreben. Vorbilder sind das eine, was die Kammermusikszene seitens gut ausgebildeter junger Ensembles beständig anwachsen lässt. Daneben ist es natürlich auch das grandiose Repertoire, was auf Entdeckung wartet. Aber bei einem Klaviertrio ist vieles anders als beispielsweise in der Besetzung Streichquartett. Drei gute Solisten können durchaus nach einiger Zeit ein gutes Trio formen. Doch kann man nur selten mit dem Klaviertrio allein einen Lebensunterhalt bestreiten. So bringen viele der Musiker in den Klaviertrios Anregungen aus Orchestern, Unterrichtstätigkeiten und anderen Ensembles mit in die Besetzung. Das hilft sicherlich, neue Aspekte ins Spiel zu integrieren, aber die Intensität, mit der man dann im Trio spielen muss, steht auf einem anderen Blatt. 2013 hatten sich zahlreiche bereits erfolgreiche und mit einem großen Erfahrungshintergrund versehene Trios zum Wettbewerb angemeldet, der vom 5. bis zum 14. September ausgetragen wurde. 26 hatte man nach München eingeladen, 24 waren angetreten …

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5 / 2013 PDF Drucken E-Mail

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Leseprobe:

Einsamkeit, Liebe und Ungewissheit

Tine Thing Helseth und ihr erstes Festival

Von: Isabel Herzfeld

Sie sieht nicht gerade aus wie jemand, der über zu viel Zeit verfügt und aus Langeweile auf der Suche nach einer neuen Aufgabe ist. Die norwegische Trompeterin Tine Thing Helseth ist durchaus ausgelastet. Mit gerade einmal 26 Jahren hat sie die Zeit als Shooting-Star, der mit dem Gewinn des 2. Preises beim „Eurovision Young Musician Contest“ 2006 in eine internationale Karriere startete, längst hinter sich. Mittlerweile tritt sie nicht nur in aller Welt mit allen großen Sinfonieorchestern auf, spielt die Konzertliteratur von Albinoni bis Arutjunjan „rauf und runter“, sondern ist auch gefragte hochkarätige Kammermusik-Partnerin, die „nebenher“ noch zwei eigene Ensembles betreibt.

Ihre CD-Produktion läuft auf vollen Touren. Die Zahl der für sie geschriebenen und von ihr uraufgeführten Werke ist beachtlich. Momentan ist sie etwa 250 Tage im Jahr von zu Hause weg, an denen sie zwischen 160 und 200 Konzerten gibt. Soeben hat sie den begehrten „ECHO Klassik“ als Nachwuchskünstlerin des Jahres erhalten, was ihren Terminkalender bestimmt nicht leerer machen wird. Musikalische Botschafterin ihres Landes Norwegen, die schon mal zur Nobelpreisverleihung auftritt, ist sie sowieso. Doch damit nicht genug, führte Tine Thing Helseth im Juni erstmals ihr eigenes Kammermusikfestival im Munch-Museum Oslo durch, das sie – ganz optimistisches Energiebündel – in Zukunft jedes Jahr abhalten will.

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4 / 2013 PDF Drucken E-Mail

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Leseprobe:

Die Kraft der Gefühle

Meccorre String Quartet

Von: Hans-Dieter Grünefeld

Der Konzertbetrieb für Kammermusik in Polen ist nach einer langen Periode kultureller und politischer Stagnation noch eine Brache, die seit einiger Zeit von jungen Musikern und Ensembles mit nachhaltigem Effekt wieder kultiviert wird. Zu den interessantesten dieser innovativen Formationen gehört das im Jahr 2007 gegründete Meccorre String Quartet aus Poznán (Posen), das sowohl mit internationalem Radius der Präsenz auf den Konzertpodien als auch dem eigenen Festival Q’arto Mondi die Aufmerksamkeit zur klassischen Szene nach Polen lenkt.

Das Q’arto Mondi Festival ist 2009 mit echtem Pioniergeist entstandene  – der Eintritt ist (immer noch) frei: „Es war unser Traum, weil der Kosmos Streichquartett in Polen kaum bekannt ist. Wir haben auch Klaviersolisten und andere Besetzungen engagiert, aber im Wesentlichen ist es ein internationales Kammermusikfestival mit dem Fokus auf Streichquartetten, bei dem auch eine Kooperation mit dem Penderecki Festival in Krakau besteht. Doch die Entwicklung in diesem Bereich ändert sich sehr schnell, sodass wir sehr bald gleichberechtigt mit anderen etablierten Standorten von Kammermusikfestivals sein können“, erzählt Wojciech Koprowski...
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3 / 2013 PDF Drucken E-Mail

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Leseprobe:

Das Afiara Quartet in Dänemark

Afiara Quartet

Von: Carsten Dürer

Manches Mal kommen Dinge in der Musikwelt zusammen, die ein Außenstehender nicht vermuten würde. Das kanadische Afiara String Quartet war im Januar dieses Jahres auf Tour durch Dänemark, mit insgesamt 23 Konzerten innerhalb von knapp dreieinhalb Wochen. Zudem haben sie ehemalige Schüler der „Orkester Efterskolen“, einer Spezial-Musikschule für Kinder im Alter von 15 bis 16 Jahren, in Holstebro auf Jütland unterrichtet. Grund genug für uns, dieses Quartett ein paar Tage lang in einem verschneiten Dänemark zu begleiten und uns mit ihm über Erfahrungen und Eindrücke sowie seine Gesamtentwicklung zu unterhalten.

Wahrscheinlich erinnert sich das deutsche Publikum vor allem an das Afiara String Quartet aus dem ARD-Musikwettbewerb von 2008. Damals erspielte sich das Quartett den 2. Platz – den es auch im selben Jahr im kanadischen Banff-Wettbewerb erringen konnte. Nun also Dänemark, nachdem das Ensemble vor allem in den USA und in Kanada Auftritte absolvierte. Zustande kam diese intensive Tour durch Oliver Quast, den Leiter des dänischen Ensemble Midtvest mit Sitz im neben Holstebro gelegenen Hering. Der Deutsche hatte vor etlichen Jahren beim Schleswig-Holstein Musikfestival den Bratscher David Samuel und den Cellisten Adrian Fung innerhalb der Orchesterakademie kennengelernt und den Kontakt gehalten. Da die beiden mit Valerie Li (1. Violine) und Yuri Cho (2. Violine) als Afiara String Quartet mittlerweile ein recht erfolgreiches Streichquartett betrieben, beschloss er, die Gelegenheit wahrzunehmen und das Quartett zu einer von ihm organisierten Tour nach Dänemark einzuladen. Bereits 2011 war das Quartett für ein paar Konzerte in Dänemark und hatte einen bleibenden Eindruck bei den Veranstaltern hinterlassen. Und so lief Quast offene Türen ein und konnte durch die Unterstützung unterschiedlicher Stiftungen auch die Finanzierung gewähren. Daneben dachte er, dass es eine durchaus gute Gelegenheit sei, ehemalige Schüler der Orkester Efterskolen in Holstebro einzuladen, die mittlerweile an staatlichen Konservatorien Kammermusikensembles gegründet haben, um von den Kanadiern unterrichtet zu werden. Ein großes Programm erwartete also das Afiara String Quartet...
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2 / 2013 PDF Drucken E-Mail

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Leseprobe:

Beständiger Entwicklungsprozess

Amaryllis Quartett

Von: Carsten Dürer

Gehört hatte ich das Amaryllis Quartett 2008 erstmals im ARD-Musikwettbewerb, als sie noch in der Semifinal-Runde ausschieden. Seither habe ich das Quartett vielfach – allerdings immer im Wettbewerbs-Rahmen gehört, da es an fast allen wichtigen Wettbewerben für Streichquartett teilgenommen hat. Seitdem sie 2011 Finalisten Im Premio Borciani in Reggio Emilia waren und kurz darauf den Streichquartett-Wettbewerb im australischen Melbourne gewannen, hat ein breiteres Publikum dieses Streichquartett wahrgenommen. Geholfen haben sicherlich auch die CD-Produktionen „White“ und die aktuelle „Red“, auf denen es jeweils ein Werk der Wiener Klassik mit einem der 2. Wiener Schule koppelt. Wir trafen Gustav Frielinghaus (1. Violine), Lena Wirth (2. Violine), Lena Eckels (Viola) und Yves Sandoz (Cello) bei einer Probesitzung in Köln.

In Köln-Ehrenfeld haben Lena Wirth und Yves Sandoz mittlerweile ihre Heimat gefunden, in einem Haus, das über ihrer Wohnung einen wunderschönen Proberaum bereithält. Deckenbalken und ein weiter Blick über die Dächer von Köln machen diesen Raum zu einem Kleinod für das Streichquartett, das hier ungestört proben kann, da unter diesem Raum zwei der Mitglieder des Quartetts selbst leben, sie also mit ihrem Spiel keinen anderen Mieter stören. Das war nicht immer so, erzählen sie, als ich eintreffe. Bis vor kurzem haben sie in einer Garage geprobt, einer ohne Fenster und ohne Heizung. „Es war immer sehr kalt“, sagt Lena Wirth und Lena Eckels erinnert sich, dass es immer eine Weile dauerte, bis man im Winter mit den transportablen Heizkörpern eine gewisse Wärme hinbekommen hat. Dennoch hat das Quartett dort fleißig geprobt. Es scheint insgesamt so, dass das Amaryllis Quartett durch einige Jahre wichtiger Erfahrungen gegangen ist, nicht nur beim Proben und Unterricht, sondern auch bei Wettbewerben. In einem der vielen schönen Cafés in diesem Stadtteil setzen wir uns zu einem Gespräch zusammen...
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1 / 2013 PDF Drucken E-Mail

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Leseprobe:

Bedingungslos emotional

Nightingale String Quartet

Von: Burkhard Schäfer

Das junge Nightingale String Quartet (Josefine Dalsgaard und Gunvor Sihm, Violine; Marie Louise Broholt Jensen, Viola; Louisa Schwab, Cello) sorgt mit seiner packenden, unmittelbar emotionalen Spielweise und seinem erfrischend unkonventionellen Auftreten nicht nur in seinem Heimatland Dänemark für Furore. Dabei sind die vier jungen Musikerinnen alles andere als „wild“ oder gar „rebellisch“. Nichts liegt den Damen ferner, als die Klassikszene „aufmischen“ zu wollen – trotzdem machen sie vieles anders als andere etablierte Ensembles, und das kommt offensichtlich sehr gut an – nicht nur beim Publikum, sondern auch bei Veranstaltern und Musikkritikern. Ihre kürzlich beim dänischen Label Dacapo-Records erschienene Debüt-CD haben sie ihrem Landsmann Rued Langgaard gewidmet, einem (faszinierenden!) Komponisten, der hierzulande noch kaum rezipiert wird. Auch sonst bekennt sich das Ensemble zu seiner Heimat, in der es sich „hörbar“ zuhause fühlt. Wir trafen das junge Nightingale String Quartet in Kopenhagen ...
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