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Jung, spannend und innovativ

„Heidelberger Frühling“ setzt auch mit dem Streichquartettfest auf Begegnung und Dialog

Von: Carsten Dürer

Natürlich sind sie wieder dabei, die ganz großen Namen, wenn vom 20. März bis zum 24. April 2010 das Internationale Musikfestival „Heidelberger Frühling“ zu rund 80 Veranstaltungen in die Romantikstadt am Neckar einlädt. Angekündigt haben sich unter anderem Thomas Hampson, Sol Gabetta und das City of Birmingham Symphony Orchestra unter Andris Nelsons. Klavierfans können sich auf Hélène Grimaud, Ivo Pogorelich, Grigory Sokolov, Ewa Kupiec (Chopin-Klavierkonzerte mit dem Pra˛ák Quartett!) und einen Vortrag von Alfred Brendel freuen. Auch der erste „Artist in Residence“ ist eine Pianistin: ECHO-Klassik-Preisträgerin Ragna Schirmer, die in vier Konzerten und einem Meisterkurs zu erleben ist.
Doch der „Heidelberger Frühling“ ist weit mehr als ein Festival der Stars. Hier geht es um Inhalte, die Auseinandersetzung mit Musik und deren Einordnung in übergeordnete Zusammenhänge. Daher gibt sich das Festival jedes Jahr ein Motto, in diesem Jahr „Ach Europa“. Gibt es in unserem vereinten Europa mit seinem gemeinsamen Parlament und seiner gemeinsamen Währung auch andere uns verbindende Konstanten? Lässt sich nicht gerade im Bereich der Künste eine im Laufe der vergangenen Jahrhunderte herausgeformte europäische Identität nachvollziehen? Wo sind die Gemeinsamkeiten, die Identität stiften, wo die Differenzen, die immer auch einen besonderen Reiz im vermeintlich Gleichen eröffnen? Dies sind die Fragen, entlang denen der „Heidelberger Frühling“ zu einer nicht nur musikalischen Reise durch Europa mit seinen verschiedenen Sprachen, Kulturen, Sitten und Religionen einlädt.
Charakteristisch für den „Frühling“ sind die innovative Programmgestaltung und der intensive Dialog zwischen Künstlern und Publikum. Bestes Beispiel ist das beliebte Streichquartettfest (9. bis 11. April). Spitzenensembles aus aller Welt widmen sich für ein Wochenende ganz dem Phänomen Streichquartett – gemeinsam musizierend und probend, im Austausch mit Komponisten und Experten und in Interaktion mit dem Publikum. Diesmal ist die Philharmonia Végh Budapest zu Gast, ein Streichorchester aus den bedeutenden ungarischen Quartetten Keller, Akademia und Auer. Im Zentrum stehen Werke der österreichischen und ungarischen Schule von der Klassik bis ins 20. Jahrhundert, denen Werke von Johann Sebastian Bach gegenübergestellt werden. Keinesfalls entgehen lassen sollte man sich das Eröffnungskonzert, bei dem Ragna Schirmer als „Artist in Residence“ hinzustößt, und die „Lange Nacht des Streichquartetts“ mit Auszügen aus Bachs „Kunst der Fuge“ und Werken in verschiedenen Besetzungen vom Duo bis zum Streichorchester – es wird also auch über den Tellerrand der Gattung geschaut. Aber die meisten werden sowieso das gesamte Wochenende begleiten wollen – der Pass für alle acht Veranstaltungen kostet schließlich nur zwischen 70 und 85 Euro.
Auch zeitgenössische Musik hat ihren festen Platz beim „Frühling“. Ein spannendes Format findet sie im „Heidelberger Atelier“ (26. bis 28. März), dessen Programm 2010 gemeinsam mit dem Komponisten und Dirigenten Matthias Pintscher entwickelt wurde. Neben einem Komponistenportrait des Finnen Magnus Lindberg steht die erstmalige Vergabe des „Publikumspreises Heidelberger Atelier“ für junge Komponisten im Zentrum. Hierfür wurden nach einer europaweiten Ausschreibung sechs Bewerber eingeladen, sich mit ihren Werken vorzustellen und diese mit dem Publikum zu diskutieren. Dem Gewinner winken nicht nur 3.000 Euro Preisgeld, sondern vor allem die Wiedereinladung 2011.
Großen Wert legt Intendant Thorsten Schmidt darauf, dass sich der „Heidelberger Frühling“ sowohl an den Kenner als auch an den interessierten Neuling richtet: „Mit einer Vielzahl von Vermittlungsangeboten möchten wir Brücken bauen für alle, die Lust auf Erkenntnisgewinn haben.“ Und dass all dies ganz und gar nicht trocken und schulmeisterlich daherkommen muss, beweisen Schmidt und sein junges Team jedes Jahr aufs Neue!

Karten und das kostenlose Programmbuch
sind erhältlich unter  Tel.: +49 (6221) 14 22 422
www.heidelberger-fruehling.de
 
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