5 / 2010

Image Ausgabe 5 / 2010

  Inhalt

 

bestellen  


ePaper

 

 

Leseprobe:

Quartettspiel als großartiges Geschenk

Merel Quartet

Von: Carsten Dürer

Dieses in der Schweiz beheimatete Quartett mit internationaler Besetzung ist eines der Streichquartette, die sich mit viel Erfahrung aus anderen Bereichen auf das Abenteuer Streichquartett eingelassen haben. Ursprünglich 2002 gegründet, hat sich die heutige Besetzung erst kurze Zeit darauf zusammengefunden – und liebt das Streichquartettspiel als Luxus und Herausforderung im musikalischen Leben. Das Merel Quartett, mit Mary Ellen Woodside (1. Violine), Meesun Hong (2. Violine), Alexander Besa (Viola) und Rafael Rosenfeld (Cello), scheint begierig auf die Erfahrungen im Streichquartett und ebenso ruhig, wenn es um die Entwicklung dieser Erfahrungen geht. Wir trafen die vier Streicher in Reggio Emilia beim Streichquartettfest 2010.
Ensemble: Sie sind in der Schweiz zu Hause, sind aber doch aus vollkommen unterschiedlichen Ländern, aus den USA, aus der Tschechischen Republik und nur Sie, Herr Rosenfeld, stammen aus der Schweiz. Fühlen Sie sich als Schweizer Quartett, so wie Sie immer angekündigt werden, oder als zufällig in der Schweiz lebendes internationales Quartett?

Mary Ellen Woodside: Wir leben schon so lange in der Schweiz, dass wir uns dort zu Hause fühlen, also als Schweizer. Ich bin mittlerweile Schweizerin, Alexander hat schon in der Schweiz studiert und Rafael ist Schweizer. Und Meesun haben wir ebenfalls in der Schweiz getroffen. Also ja, wir leben nicht nur in der Schweiz, sondern fühlen uns auch dem Schweizer Kulturleben eng verbunden.
Aber wir haben auch Wurzeln außerhalb, und das ist wunderbar. Zu Tschechien durch Alexander, also auch zur tschechischen Musik. Durch uns, mich und Meesun, nach Amerika. Es ist eine gute Kombination.

Ensemble: Und Schweizer Komponisten?

Mary Ellen Woodside: Ja, speziell junge, also lebende Schweizer Komponisten liegen uns am Herzen.

Ensemble: Wie auf Ihrer ersten CD ...

Mary Ellen Woodside: Ja, Komponisten wie David Philip Hefti. Und soeben haben wir einen Kompositionsauftrag an Martin Jaki vergeben.

Rafael Rosenfeld: Den Auftrag haben wir soeben vergeben und er wird nun ein Streichquartett für uns schreiben ...

Mary Ellen Woodside: ... für das Festival in Gstaad 2012. Und wir werden im kommenden Jahr auch Stücke von Heinz Holliger spielen, einem weiteren Schweizer Komponisten. Habe ich an alle gedacht?

Ensemble: Sie haben sich ursprünglich in der Schweiz getroffen, wo genau?

Mary Ellen Woodside: Nun, wir hatten alle unser Studium schon absolviert, bevor wir uns trafen. Aber vielleicht sollten wir am Anfang beginnen, Rafael ...

Rafael Rosenfeld: Nun, ich bin in der Schweiz geboren, habe dann in Lübeck studiert, dann kam ich zurück nach Zürich und spielte dort im Tonhalle-Orchester, wo ich dann Mary Ellen traf, die ebenfalls dort spielte. Und Alexander habe ich dann in der Camerata Bern getroffen.

Alexander Besa: Ich studierte an der Menuhin Akademie, dann ging ich nach Basel. Während meines Studiums bekam ich den Job in der Camerata Bern, dann auch im Luzerner Orchester. Und während meiner Zeit in der Camerata traf ich Rafael. Die andere seite der Geschichte war anders ...

Rafael Rosenfeld: ... ja, wir suchten eine weitere Geige. Zu dieser Zeit spielte ich im Luzerner Festival-Orchester und jemand vom Mahler Chamber Orchestra sagte zu mir, er kenne eine Geigerin, die nach Zürich kommt, und ich sollte in jedem Fall in Kontakt mit ihr treten.

merel-quartet.jpgMeesun Hong: Nun, die witzige Seite der Geschichte aus meiner Sicht war folgende: Ich wollte immer schon Streichquartett spielen. Und ich habe immer versucht, die richtigen Mitspieler zu finden. Aber je mehr ich es versuchte, umso weniger klappte es. Also entschied ich, dass ich erwachsen werden müsse und einen festen Job annehmen sollte, um einer geregelten Arbeit nachzugehen. Ich bewarb mich in verschiedenen Orchestern und erhielt den Job in Zürich. Ich dachte mir also, ich werde nun erwachsen und sollte ein „normales“ Leben führen. Und gerade bevor ich nach Zürich flog, rief Rafael mich an und fragte mich, ob ich Interesse habe, in einem Streichquartett zu spielen. Ich dachte also: Auf ein Neues, gib ihnen eine Chance. Und vom ersten Moment an dachte ich: Treffer. Zwei Jahre später gab ich also meine feste Stelle auf, um wieder „unnormal“ zu sein. [alle lachen]

Ensemble: Aber einige von Ihnen haben ja immer noch feste Stellen in Orchestern, richtig?

Alexander Besa: Ja, Rafael und ich.

Ensemble: Wo genau, in der Camerata Bern?

Rafael Rosenfeld: Nein, im Tonhalle Orchester Zürich. Ich habe eine 50-Prozent-Stelle.

Alexander Besa: Ich habe eine Teilzeitstelle im Lausanne Sinfonie Orchester und spiele mit Meesun auch in der Camerata Bern. Wir sind Stimmführer.

Ensemble: Und Sie, Frau Woodside, sind Sie die „Unnormalste“?

Mary Ellen Woodside: Ich war im Tonhalle Orchester für 18 Jahre. Dann habe ich mich auf eine halbe Stelle beworben, was schwierig war. Aber als die Stelle neu besetzt werden sollte, habe ich diesen Job aufgegeben. Ich spiele aber immer noch viel im Orchester, da meine Verbindungen zu den Orchestern immer noch gut sind.

Ensemble: Insgesamt aber war es relativ spät bei Ihnen, im Vergleich mit anderen Streichquartetten, sich dazu zu entschließen, ein Streichquartett zu gründen, richtig?

Mary Ellen Woodside: Ja, die meisten Streichquartette entschließen sich während ihres Studiums ein Streichquartett zu gründen. Und dann haben diese Quartette die Basis, also drei bis vier Jahre, in denen sie so intensiv arbeiten. Das ist natürlich ein Luxus, jeden Tag sechs Stunden proben zu können, zu Meisterkursen zu fahren und so fort. Wir haben nicht von dieser Basis begonnen, aber auf der anderen Seite kamen wir alle mit der Vision eines Streichquartetts zusammen und haben auch immer schon viel Kammermusik gespielt. Es war ein Traum, der sich nun realisiert und gefestigt hat in unseren Köpfen. Und auch die Werke haben sich gesetzt, Stücke, die man seit seiner Kindheit liebte. Und für mich persönlich kommt das immer wieder zum Tragen, wenn wir über Repertoire reden. Das macht es alles zu einer sehr intensiven Erfahrung für uns alle.

Rafael Rosenfeld: Es ist natürlich auch so, dass wir aufgrund unserer unterschiedlichen intensiven Erfahrungen genau diese mit einbringen in das Quartett. Alles, was wir gelernt haben.

Meesun Hong: Wir vier haben zwar nie diese intensive Zeit des unentwegten Probens gehabt, aber diese Zeiten gab es bei uns allen natürlich irgendwann einmal, unabhängig voneinander. Und im Unterschied zu anderen Ensembles gibt es uns auch viel, dass wir alle in Orchestern gespielt haben, mit großartigen Dirigenten und Solisten. Das bringt einem immense Erfahrungen. Dadurch hat man eine Extrafarbe auf seiner Palette zur Verfügung.

Ensemble: Aber letztendlich muss das alles ja zusammengebracht werden. Das heißt: Am Anfang mussten Sie doch sicherlich erst einmal hart arbeiten, um die Erfahrungen von allen zu etwas Gemeinsamem werden zu lassen ...

Alle: ... Ja.

Ensemble: Wie war das also am Anfang: Haben Sie extrem hart gearbeitet, um ein Repertoire zu erarbeiten, um Konzerte bestreiten zu können? Haben Sie sich viel gestritten, um die unterschiedlichen Erfahrungen auf einen Nenner zu bringen?

Rafael Rosenfeld: Nun, wir streiten immer noch viel. [alle lachen] Das liegt einfach auch daran, dass wir alle sehr passioniert an das Thema Streichquartett herangehen. Wir haben natürlich sehr hart gearbeitet. Wir haben natürlich andere Verpflichtungen. Das bedeutet, wir können nicht so viel Zeit opfern wie andere Gruppen, aber wenn wir arbeiten, ist das extrem intensiv und hart. Wir sind niemals schnell sehr zufrieden. Was das Repertoire betrifft, dann sind wir vielleicht ein bisschen konservativ. Wir versuchen nicht, sehr schnell ein großes Repertoire aufzubauen. Wir planen zeitlich recht genau, welche neuen Werke wir erarbeiten. Wir spielen Werke immer und immer wieder, um tief in die Werke einzudringen. Und wir werden vielleicht nicht mit solch einem großen Repertoire enden wie andere Quartette. Wir konzentrieren uns einfach mehr.

Mary Ellen Woodside: Für mich ist es auch eine Art Kompensation der Zeit, die wir nicht als Studenten-Gruppe hatten. Es dauert vielleicht etwas länger, aber wir haben trotzdem unsere intensiven Arbeitsphasen, hier eine ganze Woche, dort ein paar Tage am Stück.

Ensemble: Was genau heißt aber „konservativ“ in Bezug auf das Repertoire? Wie Sie sagten, spielen Sie ja beispielsweise auch modernes Repertoire. Und natürlich auch die großen Standardwerke. Das ist doch nicht konservativ.

Mary Ellen Woodside: Konservativ heißt in diesem Zusammenhang auch nur, dass wir die Anzahl der Werke begrenzen, wir werden also nicht versuchen, alle Beethoven-Streichquartette innerhalb zwei Jahren zu lernen. So lernen wir in dieser Saison beispielsweise vielleicht vier oder fünf neue Stücke, und die behalten wir dann auch in der kommenden Saison bei.

Meesun Hong: Ich denke, der Punkt ist der, dass wir versuchen innerhalb einer Saison nur einige Programme anzubieten. Das meinen wir mit konservativ.

Alexander Besa: Natürlich kommen immer wieder von allen Seiten Anfragen, ob wir dies oder jenes spielen können. Aber da müssen wir halt absagen.

Mary Ellen Woodside: Beispielsweise hier: Wir wurden gefragt, ob wir das 2. und 3. Streichquartett von Schumann spielen könnten. Wir sagten erst einmal nein, da wir das 1. Streichquartett im Repertoire hatten. Als wir hörten, dass das Kuss Quartett hier das 1. Streichquartett spielt, haben wir uns gesagt – obwohl unsere Saison schon durchgeplant war – ein weiteres neues Werk können wir lernen. So haben wir das 2. Streichquartett seit Februar gelernt. Es gibt also Kompromisse.

Rafael Rosenfeld: Natürlich versuchen wir unseren Fokus auf die Werke zu legen, die wir als die wichtigsten großartigen Werke für Streichquartett halten. Und alle anderen Dinge daneben beäugen wir sehr vorsichtig, und entscheiden entsprechend vorsichtig, was wir daneben noch lernen wollen. Wir schauen also nicht nach Nischen.

Ensemble: Sie treten ja aber viel in der Schweiz auf. Da ist es ja normal, dass Sie dann auch Schweizer Komponisten integrieren, wenn Sie abseits des Standardrepertoires schauen.

Meesun Hong: Das ist natürlich ganz wichtig für uns, da wir in der Kultur integriert sind. Und es hat auch ganz praktische Gründe, denn die Komponisten, mit denen wir arbeiten, leben halt da, wo wir arbeiten, so dass wir mit ihnen arbeiten können.

Ensemble: Haben Sie sich denn Rat bei den berühmten Kammermusik-Lehrern geholt, Kurse bei denen besucht, die in aller Munde sind, und zu denen jedes Streichquartett geht oder gegangen ist?

Mary Ellen Woodside: Wir gehen natürlich zu diesen großartigen Lehrern, wir wollen gar nicht aufhören zu lernen. Wir wollen so viele Kurse besuchen, wie wir in unserem Zeitplan unterbringen können. Mindestens aber einmal im Jahr. Wir arbeiteten beispielsweise mit Alfred Brendel, Ferenc Rados und gestern haben wir gerade mit György Kurtág gearbeitet.

Rafael Rosenfeld: Und wir alle spielen von Zeit zu Zeit in der Cappella Andrea Barca mit András Schiff, wobei wir extrem viel lernen.
Im kommenden Jahr wollen wir Rados wieder nach Basel an die Hochschule einladen, an der ich unterrichte, und dann wollen wir wieder mit ihm arbeiten.

Ensemble: Wie lange dauerte es, bis Sie vier das erste Konzert gaben?

Mary Ellen Woodside: Nun, als wir eine große Veränderung hatten, mit den beiden neuen Mitgliedern Alexander und Meesun, haben wir im September begonnen und haben nach vier Monaten das erste kleine Konzert als neues Ensemble gegeben. Wir haben uns also schon ein bisschen Zeit gelassen.

Alexander Besa: Natürlich existierte das Quartett schon und wir beide sind nur auf einen fahrenden Zug aufgesprungen.

Ensemble: War dieser Wechsel auch der Grund, dass es fast vier Jahre lang dauerte, bis Sie Ihre erste CD einspielten?

Mary Ellen Woodside: Natürlich wollten wir uns erst einmal als Gruppe fühlen, bevor wir eine CD einspielen wollten.

Rafael Rosenfeld: Und natürlich wollten wir auch nur Werke einspielen, die wir schon mehrfach im Konzert gespielt haben. Anders wäre es eine Vergeudung, wenn man damit dann an die Öffentlichkeit geht. Vielleicht fühlt man sich immer irgendwie, als hätte man noch mehr Zeit benötigt, um das Werk noch besser kennen zu lernen, wenn man es dann eingespielt hat, aber so fühlt man sich etwas besser.

Ensemble: Sind Aufnahmen für Sie überhaupt wichtig?

Mary Ellen Woodside: Ja, es ist wichtig.

Rafael Rosenfeld: Als Aushängeschild. Wir versuchen das jetzt auch mehr und regelmäßiger zu machen.

Mary Ellen Woodside: Es ist auch wichtig für den Entwicklungsprozess. Wir nehmen uns natürlich beständig bei unseren Proben und bei Konzerten auf. Aber wenn es dann darum geht, dass man im Studio eine Aufnahme macht, die dann an die Öffentlichkeit geht und eine Art Ewigkeitsdauer haben soll, lässt einen das vollkommen anders denken.

Meesun Hong: Es ist auch interessant als Zeitdokument, um die Entwicklung an einem selbst zu hören. Wenn man viele der großen Quartette anhand ihrer Aufnahmen von früher und heute hört, ist das sehr interessant. Ich denke bei einer Aufnahme an diese Dinge, ich mag diese Idee.

Ensemble: Welche Pläne haben Sie nun für eine CD-Einspielung und bei welchem Label?

Mary Ellen Woodside: Wir haben nun ein Label, das als „Artist Consort“ unter dem Label Genuin veröffentlicht.

Rafael Rosenfeld: Es ist eine Gruppe von Musikern aus Basel, die ein Sublabel unter Genuin gegründet haben. Die Musiker kontrollieren aber alles.

Ensemble: Also ein Artist-Label?

Rafael Rosenfeld: Genau. Und wir planen nun eine Mendelssohn-CD, die wir Ende dieses Jahres einspielen wollen.

Ensemble: Wenn man sich die Programmatik Ihrer ersten CD anschaut, dann scheint da eine rote Linie erkennbar zu sein, mit Schumanns 1. Streichquartett, David Philip Heftis „Ph(r)asen“ und dem 2. Quartett von Janácek. Alles Werke, die einen literarischen Hintergrund haben. Ist solch eine Programmatik wichtig für Sie, auch in Konzerten?

Mary Ellen Woodside: Wir mögen dies, wenn es möglich ist. Wenn der Veranstalter daran interessiert ist, dann machen wir es so. Beispielsweise Beethovens „Große Fuge“ verbunden mit Bachs „Kunst der Fuge“ oder auch verbunden mit Bartók.

Meesun Hong: Es ist nicht nur für uns, sondern auch für die Zuhörer spannend. Ich denke, dass wir ein Quartett in einem bestimmten Kontext anders spielen als in einem anderen und das Publikum dann auch Dinge anders hört. Wenn ein Programm gut geplant ist, dann werden wir es auch überzeugender spielen.

Ensemble: Was ist dann mit der Pause in einem Konzert? [alle lachen]

Mary Ellen Woodside: Eine Pause ist ebenso wie in einem Notentext ein Mittel, das man nutzen kann und einplanen muss in sein Programm.

Ensemble: Haben Sie denn manchmal den Eindruck, dass Sie bei der großen Anzahl an guten jungen Streichquartetten ziemlich unter Konkurrenz-Druck stehen?

Mary Ellen Woodside: Natürlich ist der Markt ziemlich voll. Wir spielen Streichquartett, weil wir es lieben. Wir sind in der glücklichen Situation, dass wir nicht unseren Lebensunterhalt aus dem Quartettspiel bestreiten müssen. Natürlich würden wir gerne mehr und mehr vom Quartettspiel leben, aber wir stehen da nicht so unter Druck.

Rafael Rosenfeld: Das ist das, was ich am Quartettspiel bei uns so liebe: Wir stehen nicht unter Druck, so wird es niemals ein Routine-Job, sondern bleibt immer eine Liebe und spannend.

Meesun Hong: Um nochmals auf die Programme zurückzukommen: Wir haben den Luxus, Veranstaltern auch absagen zu können, wenn sie eigentlich andere Werke von uns verlangen. Wir müssen nicht, auch wenn wir gerne so viele Konzerte wie möglich haben wollen.

Rafael Rosenfeld: Es gibt natürlich viele junge gute Quartette, aber auf der anderen Seite haben wir natürlich bereits wahnsinnig viele Kontakte gehabt, ein großes Netzwerk mit großartigen Musikern. Und so können wir schon an großartigen Orten spielen.

Mary Ellen Woodside: Natürlich gibt es da auch noch etwas anderes bei jungen Quartetten: Es ist wie jung verheiratet sein. 50 Prozent verändern sich schnell. Wenn man älter zusammenkommt, also wenn man über 30 Jahre alt ist, dann weiß man, wer man ist und was man kann. Das ist ein vollkommen anderes Gefühl.

Meesun Hong: Man denkt nicht darüber nach: Oh, ich hätte eine Festanstellung haben können, mit geregeltem Einkommen. Heutzutage aber weiß man, dass man nichts bereuen muss, da wir diese Erfahrungen bereits gemacht haben.

Ensemble: Wie viele Konzerte haben Sie momentan im Jahr?

Mary Ellen Woodside: 20 bis 30 momentan. Es könnten mehr sein, wenn die Planung perfekt abgestimmt ist, in Bezug auf die Zeiten und das Repertoire.

Rafael Rosenfeld: Das Wichtigste für mich – und wahrscheinlich für uns alle – ist eigentlich der Lernprozess, immer noch tiefer in die Werke einzudringen. Das ist der wichtigste Punkt. Die Anzahl der Konzerte ist da etwas sekundär. Es müssen genug sein, dass wir vorwärtskommen und einen Lernprozess dadurch haben.

Mary Ellen Woodside: Ich denke, es ist ein großartiges Geschenk, dass wir so arbeiten können.

Ensemble: Vielen Dank für dieses Gespräch.

www.merelquartet.com